Rundgang durch die Kirche

Wer die Kirche entdeckt hat und auf den Eingang zusteuert kommt rechts einem scheinbar zu Stein gewordenen Bücherständer mit aufgeschlagene Bibel vorbei. 

 

Wer ihn sich genauer ansieht, entdeckt, dass es sich um einen Gedenkstein an Martin Luther handelt, der 1511 wohl in Mittenwald war. Am Gedenkstein vorbei erreichen wir den Kircheneingang über zwei Treppenstufen oder rechtsherum über die Rollstuhlauffahrt. Wir betreten die Kirche durch einen kleinen Vorraum und

 

blicken dann in das Kirchenschiff. Unser Blick schweift nach vorne, wo scheinbar in der Luft schwebend eine Christusfigur mit weit geöffneten Armen uns herzlich willkommen heißt. Vor uns unter uns und über uns laden die warmen Brauntöne des Holzes zum Verweilen ein. Selbst Altar, Taufstein und Kanzel sind aus Holz. Wir gehen in eine der vorderen Reihen und setzen uns.

 

 

Wir legen den Kopf zurück und schauen uns die Deckenbalken genauer an. Wie auf Wolkenfetzen sind dort Bilder zu sehen. Sie stellen das Glaubensbekenntnis dar, an den Schöpfer, den Erlöser und den heiligen Geist. Der Künstler Hubert Distler malte sie 1973 und hat damit auch im Innenraum den Kirchennamen „Dreifaltigkeitskirche“ sichtbar gemacht.
Wenn wir den Blick nach links wenden entdecken wir das große leere Kreuz. Es erinnert an die Kreuzigung Christi und zugleich an ein Stück Mittenwalder Kirchengeschichte, denn vor der Renovierung 1973 war es vorne im Chorraum angebracht, wo nun die farbenfrohen ebenfalls von Hubert Distler gestalteten Paramente hängen. 

 

Neugierige gehen nun am Altar vorbei und bleiben vor einer großen Kerze stehen. Es ist die Osterkerze die seit der Osternacht  in jedem Gottesdienst angezündet wird. Der große Holzkasten dahinter entpuppt sich bei genauerem Ansehen als eine Tonorgel, die bei Kantantengottesdiensten im Orchester Verwendung findet.
Weiter neugierig geworden sehen wir uns vorne in der Mitte den Taufstein genauer an. Auch wieder aus Holz Dabei kommt uns noch mal der Gedanke an die Tonorgel eben. Hat diese Kirche keine richtig große Orgel?  Wir schauen hoch nach hinten und 

 

Da ist sie doch. Groß und klangstark ist die Orgel auf der Empore in das hölzerne Tonnengewölbe eingepasst. Der Orgelbauer Pirchner aus Mattrei am Brenner hat sie erbaut, der Künstler Hubert Distler bemalt.
Langsam machen wir uns wieder auf den Weg zum Ausgang. Wir drehen uns noch einmal um, nehmen diesen Raum in unserer Erinnerung mit und treten ins Freie.
Von der Strasse aus entdecken wir neben der Kirche noch das Gemeindehaus mit den zwei Gemeindesälen, der Bücherei mit Eine-Welt-Laden, dem Keller mit Gymnastikraum, dem Stüberl, dem Kindergottesdienstraum, einem großer Jugendraum sowie ein zweiter gesetzlich vorgeschriebener Notausgang.  

 

Wir schauen uns noch einmal um und werfen einen letzten Blick auf die Kirche. Vielleicht kommen wir ja bald mal wieder.